HSV Stealers III: In Hannover mit Sweep den vorzeitigen Klassenerhalt perfekt gemacht 6:14 3:14
Geschrieben von: Mourad Zarrouk   
Mittwoch, den 08. September 2010 um 06:19 Uhr

Am vergangenen Wochenende hatte die junge RL-Truppe die Chance, mit einem Doppelsieg schon einen Spieltag vor offiziellem Ende der Saison den Klassenerhalt einzutüten und sich von den Verfolgern aus Frohnau, Kiel und Elmshorn abzusetzen. Zumindest einer aus vier für die letzten beiden DH war die Devise, denn dass in der kommenden Woche gegen die „Latino-Auswahl" der Roadrunners schwer werden wird, war und ist klar. Als „Joker" würde natürlich noch das Nachholspiel am 25. September gegen die abgestiegenen Woodlarks fungieren, aber wollte man es so spannend machen? Nein, das wollte man natürlich nicht!

Die beiden Hinspiele konnte man dem nach wie vor Tabellenzweiten eindrucksvoll abnehmen, würde das erneut gelingen? Irgendetwas muss das gute 17:9-Win/Loss-Verhältnis der Regents doch rechtfertigen. Nun, an diesem wunderschönen Samstagmorgen war von Beginn an klar, was oder wer immer das ist - er oder es ist heute offensichtlich wieder nicht dabei. Nur neun Regenten standen zwölf hoch motivierten Dieben gegenüber -  "let the Games begin":

Hannover Regents I - HSV Stealers III, 1. Spiel 6:14

Nachdem man gegen einen eher unbekannten und erschreckend langsamen Pitcher nur ganze drei Runs ernten konnte, konterten die Regenten mit einem Run, gefolgt von drei Halb-Innings, in denen keine Seite Zählbares hervorbrachte. Die Stealers kamen mit dem „Slow-Pitching" von Wais einfach nicht klar, schlugen einen Pop-Up nach dem anderen direkt in die Handschuhe der Gegner oder strikten teilweise sogar aus (!). Im Gegenzug erwischten die Hannoveraner Ende des dritten Innings einen Lauf und konnten mit vier Runs auf 5:3 davonziehen. Coach Zarrouk „was not amused" und schimpfte wie ein Rohrspatz, konnte er doch nicht begreifen, warum man gegen das Pitching, das tatsächlich noch langsamer als in Lüneburg war, nichts Zählbares herausholte! Immerhin zeigte die Ansage Wirkung, und so antwortete das junge Team mit ebenfalls vier Runs zu Beginn des vierten Innings, um den Vorsprung wieder zurückzuerobern und mit 7:5 in Führung zu gehen. Ein immer noch sehr knappes Polster. Da Starter Leo Nietz „seine" Hannoveraner dann aber wieder gut in den Griff bekam, konnten die Gastgeber nicht mehr nachlegen, die HSV Stealers ihren Vorsprung aber auf 9:5 ausbauen. Releaver Florian Lenger absolvierte seinen Job ebenfalls in gewohnt souveräner Art und Weise, und so gelangten die Gäste aus Hamburg wieder „Back on Track". Zu Beginn des siebten Innings hatte sich dann endlich jeder auf den sogar noch langsamer gewordenen Wais eingeschossen, und endlich passierte das, was einem Slow-Pitcher in der RL auch gebührt: Er bekam die Lederkugeln nur so im Stakkato um die Ohren gepfeffert! Einmal durch die Lineup wurde geballert, und natürlich ließ sich auch Powerhitter Sebastian „Beasty" Reinhardt nicht lumpen und revanchierte sich für ein vorangegangenes Strikeout mit einem lupenreinen Homerun weit über das Leftfield hinaus. Somit wurde der Vorsprung erneut um fünf Runs auf 14:5 ausgebaut. Ein wirklich komfortabler Vorsprung, den der letzte Ehrenpunkt der Regents auch nicht mehr gefährdete. Der erste Sieg war perfekt und der Klassenerhalt greifbar nahe.

Hannover Regents I - HSV Stealers III, 2. Spiel 3:14

Zwar war immer noch kein offizieller Scorer seitens der Gastgeber aufgetaucht (Michael Wonsak und Frank Nikolmann übernahmen kurzerhand den Job, "danke" an dieser Stelle), aber immerhin hatten so nach und nach weitere Spieler der Regents den Weg zum Platz gefunden. Somit war klar: ein Selbstgänger würde das letzte Spiel sicher nicht. Mit Friese begrüßte die Stealers auch ein augenscheinlich schnellerer Pitcher vom Mound. Da die Diebe aber offensichtlich gegen schnellere Pitcher besser aussehen als gegen langsame, musste der bedauernswerte Friese noch innerhalb des ersten Halb-Innings seinen Hut nehmen und dem jungen Froese (nein das ist KEIN Wortspiel) weichen: Höchststrafe! Mit 6:0 starteten die Gäste somit mehr als komfortabel in ihr erstes Defensiv-Inning. Dies konnte man auch dank exzellenten Pitchings von Starter Yannik Stratmann sauber abschließen, jedoch im folgenden auch (noch) nicht weiter punkten, denn der junge Froese machte seine Sache zunächst sehr gut. So benötigten die Diebe erst wieder einen „Weckruf" am Ende des dritten Innings in Form von drei Runs der Gastgeber, bis man sich zu Beginn des vierten Innings langsam auf Froese feinjustiert hatte. Unterdessen wechselte Releaver Benjamin Nikolmann Starter Stratmann souverän ab und brachte sein Team mit sauberem, kontrolliertem Pitching dem wichtigen Sieg ein gutes Stück näher. Junioren wie er mit einem schönen Single und Wonsak mit einem lupenreinen Double, gefolgt von Hits von Guerra, Zarrouk, Mihm und Goetze (der überdies mal wieder mit einem sehenswerten „Play of the day" in der Defensive glänzte) besiegelten das Schicksal der Regenten, die hernach auch nicht mehr ins Spiel fanden, aber noch einmal ein Vier-Run-Gewitter über sich ergehen lassen mussten. Dies beendete das Spiel vorzeitig im fünften Inning machte den vorzeitigen und letztlich auch ungefährdeten Klassenerhalt der jungen RL-Truppe perfekt..

Wrap Up:

Zunächst sei an dieser Stelle Jens Hawlitzky gedankt, der „der Dritten" in Hannover tatkräftig zur Seite stand und Coach Zarrouk deutlich entlastete, als dieser das komplette zweite Spiel antreten musste, um den angeschlagenen Mirko Oliczewsky für die Tags darauf folgende Partie der Zweiten in Paderborn zu schonen.

Die Pflicht ist vollbracht, es folgt die Kür bei den Berlin Roadrunners, die bereits seit Wochen als Meister der Regionalliga Nordost und damit als regulärer Aufsteiger in die 2. Bundesliga Nord feststehen. Coach Zarrouk und Routinier Reinhardt rieben sich am Samstagnachmittag die Augen. Waren das wirklich die Regents, die höchstwahrscheinlich trotz dieser erneuten Doppelniederlage gegen die Stealers die Vizemeisterschaft werden beanspruchen dürfen und somit vielleicht sogar in die 2. Bundesliga aufsteigen, wenn die Roadrunners ihr Aufstiegsrecht erwartungsgemäß nicht wahrnehmen, weil sie dann etwa die Hälfte ihrer lateinamerikanischen Spieler nicht mehr würden einsetzen dürfen? Alle vier Spiele konnte man den Niedersachsen abnehmen, davon zwei in klarer Ten-Run-Rule. Offensichtlich liegen die Stealers den Niedersachsen nicht. Wie dem auch sei, Coach Zarrouk ist mächtig stolz auf diese feine Truppe aus vorwiegend jungen Spielern.In Hannover waren lediglich Zarrouk und Reinhardt als Ü30-Spieler am Start, die für den nötigen Senior-Support sorgten. Die Truppe kann nun aktuell einen positiven Record von 13 Siegen zu 12 Niederlagen aufweisen. „Euphorisch" ob dieser Tatsache, aber dennoch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte, erklärte der Trainer folgerichtig nach dem Doppelsieg, dass er unterstützt von Sebastian Reinhardt für eine Fortsetzung dieses Experiments auch im nächsten Jahr gern wieder zur Verfügung steht. Er ist guten Mutes, dass die Liga auch in der kommenden Saison gemeldet und dann auch erneut gehalten wird. "An uns soll es jedenfalls nicht scheitern!"

 
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